Weitersagen 2025
Unsere Veranstaltungsreihe Weitersagen, die immer wechselnde Formate und Orte umfasst, unterschiedliche Kooperationspartner involviert und Alles sein darf, wurde 2025 als Eröffnung der Haltestelle 75 gefeiert. Ein Dutzend Künstler*innen, Freischaffende und Kreative haben die unterschiedlichen Räume an der Bahnhofstraße in Herten bespielt. Viele unterschiedliche Kunstformen kamen zusammen, Alle vereinte die Frage was man vor Ort macht, wie man sich ausdrückt und was das Thema der eigenen Arbeit ist. Bewusst haben wir kein übergreifendes Thema vorgegeben, die Kreativen sollten sich die Räume frei aneignen und Ihre Arbeitsweise eigenständig und frei weiterentwickeln.
Ein Großteil der Arbeiten ist während des Projektes Haltestelle 75 vor Ort zu sehen. Besucht uns gerne auch zu unseren Workshops, um das Haus zu erkunden und verschafft euch selbst ein Bild der Kunst die neues Leben in das alte Haus bringt.
Heike Feddern
„Ein altes Haus, abgewohnt und ohne Charme, wortwörtlich schamlos in mancher Ecke. Bevor es für immer verschwindet, soll es eine Zeit erblühen. Seine alte, trostlose Seele wird integriert, wächst durch Kreativität und Tatkraft von grau zu lebendig.
Was will ich dort tun? Was hat der Raum alles gesehen, dem ich ein kurzes, neues Leben einhauchen soll? Nicht einfach. Der erste Gedanke war, das ganze Zimmer mit bedrucktem Papier zu tapezieren, um ihn „irgendwie weg“ zu kriegen, zu säubern.
Sinn macht das nicht, darum beschloss ich, ihn einzubeziehen und eine Geschichte erzählen zu lassen. Sie fließt von den Wänden und der Decke auf den Boden. Spuren der ehemaligen Bewohner werden verdeckt, an anderer Stelle kann man sie erahnen. Es sind gute Geister, die jetzt den Raum erobert haben.“
betont.es
Das Kollektiv betont.es bespielte die seitliche Fassade des Hauses. Die eigenartig angeordneten Fenster und baulichen Elemente der Fassade wurden zur funktionellen Grundlage eines Gestaltungsrasters, auf das sie aufbauten und welches individuelle, rhythmische Kompositionen ermöglichte. Mit Rolle Leiter und Farbe wurde die feinstaubbraune Wand farbig, formenreich und überraschend.
tamborr
Die Fenster des ehem. Ladenlokals reizten Daniel Kireth, tamborr, der in einer Mischtechnik aus Papier, Farbauftrag mit Pinsel und Dose, kratzendem Farbabtrag und Markern, eine vielschichtiges Werk schaffte, das nie stillsteht und unterschiedliche Anblicke und Durchblicke zulässt.
Harald Lange
Verschiedene Szenen menschlichen Handelns, Wörter, Ziffern, Tiere und andere Objekte treten in Harald Langes Werken in Erscheinung. Ehem. Schulkarten dienten ihm als Grundlage seiner Arbeit. Durch ihren ursprünglichen Kontext getrennt werden die Bildelemente zeitlos und transformieren sich so zu Symbolen für das Zeitlose. Die benutzen Werke verbinden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die Schulkarten befinden sich auf dem Boden und Teilen der Wände. Sie sollen durch die Besuchenden betreten werden. Ein eigenartiges Gefühl sich auf so detliert, malerischen Motiven zu bewegen. Ich glaube es piept!? Im Raum hat auch ein Vogelhaus seinen Platz gefunden, das die Menschen mit Vogelgezwitscher begrüßt. Die Installation wird stetig weiter entwickelt.
Nicole Prinz
Die Schrullen von Nicole Prinz haben sich in den Badezimmern der Haltestelle 75 breit gemacht. Die kleinen Wesen haben sich selbstständig im gesamten Haus verbreitet. Sie schaffen eine faszinierende Ambivalenz, plüschtierartigweich wirkend, zu gleich durch die Intergration von menschlichen Körperteilen abstoßende Empfindungen weckend.
Philip Mörbitz
...entwickelte, inspiriert von der bröckelnden Zechenhausidylle der umliegenden Nachbarschaft, die Idee andere Wohnkonzepte der örtlichen Architektur gegenüber zu stellen.
Im Raum können Betrachtende bildlich hinaus schauen - auf Wohnkomplexe, die Teile des regionalen Stadtbilds prägen. Durch das Entfernen der Tapetenschichten auf Augenhöhe, schaffte er eine Öffnung, die sich durch den gesamten Raum zog. Auf der frei gewordenen Wandfläche entwickelte er vor Ort mit unterschiedlichen Emulsionen und Trägern seine Fotografien direkt auf dem Putz. Inside Lookig Out







